Zu den Heiligen Engeln Lemförde

Zu den Heiligen Engeln Lemförde

Fenster "Adam und Eva"

Entstanden die ersten Moleküle, Zellen teilten sich, Wasser und Land, Tag und Nacht, die ersten Tiere, und dann entstand der erste Mensch: Adam. Die Erschaffung des Adam, des Menschen ist ein Bild, das uns besonders bewegen kann. Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde. Nach dem Bilde Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie (Gen 1,27). Mann und Frau bilden auf diesem Bild eine Einheit. Um ganz Mensch zu sein, braucht das Männliche das Weibliche und das Weibliche das Männliche. Nicht zuerst der Mann, nicht zuerst die Frau, sondern: Einheit in Verschiedenheit, Gleichheit und Andersartigkeit.

Kirchenfenstre Adam und Eva

In dieser Spannung zeigt sich die Kraft, der Atem, der Geist, der Leben schafft. Das Bild lässt mich ein zum Fragen: Wie gestalte ich mein Frau-Sein? Wie gestalte ich mein Mann-Sein? Gibt es weibliche oder männliche Eigenschaften, die mich prägen? Habe ich als Mann weibliche, als Frau männliche Ausdrucksformen? Ist so ein Fragen überflüssig, do es typisch weibliches bzw. männliches nicht gibt? Das Bild ermutigt uns, unsere Würde als Mensch zu entdecken. Ich bin eingeladen, meine Wurde als Frau/Mann zu gestalten. Denn Menschen hast du nach deinem Bild geschaffen. In meinem Frau- und Mann-Sein bin ich Ebenbild des unsichtbaren Gottes  (Kol 1,13). Wenn sich die Gemeinde zum Gottesdienst und zum Gebet trifft, dann sind die Fenster der Schöpfung immer im Hintergrund. Diese Zuordnung hat eine tiefe Symbolik. Die Schöpfung ist der Hintergrund unseres Glaubens. Wir werten die Schöpfung und Natur nicht ab, sondern wir gehören als Menschen zu der Schöpfung. Ein altes Bild der Christen drückt dies aus: ,,Wir sind nur Gast auf Erden". Wir sind in der Schöpfung Gottes zu House, als Gaste. Diese Sicht des Lebens und der Schöpfung zu verstehen, ist nicht etwas Selbstverständliches. Glaubend, hoffend und liebend mit der Schöpfung und dem Mitmenschen umzugehen ist etwas, was aus eigenen Kräften allein nicht möglich ist. Es ist ein Geschenk, mit gläubigen Augen die Wirklichkeit wahrzunehmen.