Zu den Heiligen Engeln Lemförde

Zu den Heiligen Engeln Lemförde

Der Jordan ist so breit wie die Hunte

Nachdem die Grenz- und Zollkontrollen am Flughafen in Tel Aviv problemlos überstanden waren, ging es mit dem Bus und einem Reisebegleiter in die Ferienanlage nach Ma’agan am See Genezareth. Bei sommerlichen Temperaturen vollzogen die Pilger die Spuren Jesu nach, wie in Tabgha in der Brotvermehrungskirche. Mit dem Boot ging es über den See Genezareth nach Tiberias. Außerdem besuchten die Teilnehmer die Stadt Nazareth und fuhren auf den 588 Meter hohen Berg Tabor, der nach christlicher Überlieferung der Ort der „Verklärung Jesu“ sein soll.

Durch das Jordantal

Der vierte Tag führte durch das Jordantal. In El Maqtas, laut Bibel die traditionelle Taufstelle Jesu, feierten die Pilger einen Gottesdienst. Dabei stellten sie fest, dass der Jordan an dieser Stelle nicht viel breiter ist als die heimische Hunte. In Jericho erfuhren die Mitreisenden, dass die Stadt eine der ältesten der Welt ist. Ein besonderer Höhepunkt an diesem Tag war ein Bad im Toten Meer.

Am Abend fuhren die Pilger nach Jerusalem. Dort sah sich die Reisegruppe auch die Klagemauer und die Grabeskirche in der Jerusalemer Altstadt an. Dabei erfuhren sie, dass es sich bei dem Gebäude um eines der ältesten christlichen Bauwerke handelt und es heute in der Hand sechs christlicher Konfessionen ist. Geregelt ist hier auch, wer wann wo wie lange beten darf. Dies führe insbesondere rund um Ostern immer wieder zu Konflikten. Die Schlüssel für die Kirche befinden sich übrigens in der Hand von zwei muslimischen Familien. Besonders beeindruckt zeigten sich die Pilger auch von den großen Menschenmassen an der Golgatha-Kapelle und rund um das Grabmal Jesu.

Kreuzritterkirche

Die Reisegruppe aus Bohmte, Hunteburg und Lemförde besuchte noch weitere Kirchen in Jerusalem, darunter die romanische St.-Anna-Kirche, die im 12. Jahrhundert von den Kreuzrittern erbaut wurde und über eine überragende Akustik verfügt. So stimmten die Pilger dort spontan das „Großer Gott, wir loben dich“ an. Ein Tagesausflug führte die Pilgergruppe auch nach Bethlehem zur Geburtskirche, die im orthodoxen Stil mit Ikonen, Bildern und Lampen farbenfroh ausgestattet ist. Der Kircheneingang ist so niedrig, dass die Besucher ihn nur in gebeugter Haltung durchqueren konnten. In der Kirche beteten die Pilger und berührten einen silbernen Stern in der Geburtsgrotte unterhalb der Kirche, wo nach christlicher Überlieferung Jesus geboren worden sein soll. Als beklemmend beschreiben die Pilger das Gefühl, das sie beim Übertritt ins Westjordanland, in dem Betlehem liegt, angesichts der Sicherheitskontrollen und hohen Mauer hatten. In Bethlehem besuchten sie außerdem das Caritas-Baby-Hospital, das einzige palästinensische Kinderkrankenhaus im Westjordanland.

Trompete und Trommel

Der vorletzte Tag, der Palmsonntag, stand ganz im Zeichen der großen Palmprozession. Mit Tausenden Pilgern aus aller Welt zogen die Gemeindemitglieder vom Ölberg durch das Kidrontal in die Jerusalemer Altstadt. Mit Palm- und Ölzweigen in den Händen wurden die Lieder in vielen Sprachen angestimmt, begleitet vom Klang der Trompeten, Gitarren und afrikanischen Trommeln.

Quelle: Wittlager Kreisblatt vom 28. 04. 2014

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