Zu den Heiligen Engeln Lemförde

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Predigten

Eindrücke von der Telgter Wallfahrt 2014

Thema: Teamgeist – Beim Vater geborgen – Am Gnadenbild

Liebe Schwestern und Brüder,

An diesem Samstag und Sonntag ist die Telgter Wallfahrt. Die Telgter Wallfahrt ist die größte Fußwallfahrt in Deutschland. 8.000 bis 10.000 Pilgerinnen und Pilger ziehen jedem Jahr in Telgte ein. Der Hinweg ist 42 Kilometer lang. Der Rückweg ist etwas kürzer, weil er Oesede endet. Ich gehe immer den Hinweg mit. Bei einer Wallfahrt sieht man viel. Es gibt viele Eindrücke. Drei Eindrücke möchte ich heute Morgen mit Ihnen teilen.

Teamgeist
Bei der Telgter Wallfahrt spürt man einen starken Teamgeist. Die Wallfahrt ist körperlich so anstrengend – da muss man zusammenhalten. Und das tun die Wallfahrerinnen und Wallfahrer. Wenn einer nichts mehr zu trinken hat, dann bekommt er etwas von einem anderen. Wenn jemand ein Pflaster für seine Blasen braucht – ein anderer gibt es ihm.
Ein anderes Beispiel für Teamgeist: Der Pastor von Glandorf lädt in jedem Jahr alle Priester und Diakone, die bei der Wallfahrt dabei sind, in sein Pfarrhaus ein. Es gibt etwas zu essen. Man kann sich frisch machen. Man kann sich austauschen. Das alles ist eine schöne Erfahrung von Gastfreundschaft.
Teamgeist ist im Fußball wichtig. Teamgeist ist bei einer Wallfahrt wichtig. Und Teamgeist ist für unsere Kirche wichtig.

Beim Vater geborgen
Eine zweite Erfahrung von der Telgter Wallfahrt 2014: Bei der Abschlussandacht saß in der Reihe, in der ich saß, auch ein Vater mit seinem kleinen Kind. Das Kind war ungefähr zweieinhalb Jahre alt. Damit das Kind besser sehen konnte, hatte der Vater das Kind oben auf die Schultern genommen. Das Kind war aber schon ganz müde, und war oben auf den Schultern des Vaters eingeschlafen. Da musste ich daran denken, dass es so auch bei Gott ist: Gott ist unser guter Vater. Bei Ihm sind wir geborgen. Er gibt uns Schutz und Stärke.

Vor dem Gnadenbild
Und ein dritter Eindruck: Bei Abschlussandacht in der Kirche sitzen wir immer ganz vorne, an der Seite. Ganz in der Nähe von der großen Figur von der Schmerzhaften Mutter. Das Gnadenbild von Telgte zeigt die Schmerzhafte Mutter.
Maria hält ihren Sohn auf dem Arm. Er ist tot. Die Menschen haben Ihn ans Kreuz geschlagen und getötet. Die Pilgerinnen und Pilger stellen sich in langen Reihen vor dem Bildnis der Schmerzhaften Mutter Maria an. Sie warten und beten. Sie bringen ihre Not, ihre Bitten, ihr Leid zu Maria. Und sie bitten Maria um Fürbitte und um Hilfe. Und dann halten die Wallfahrerinnen und Wallfahrer eine Andacht vor dem Gnadenbild.

In dieser Andacht beten sie: Maria weiß um mein Leid, um meine Angst, um meine Sorgen und Hoffnungen. Sie lädt mich ein, mir ihr – an ihrer Hand - meinen Weg zu gehen: den Weg des Glaubens – in der Nachfolge Jesu.

Und sie beten weiter: Glauben ist: Tun wie Maria getan hat: Zu Jesus Christus dem Gekreuzigten gehören. Ihn annehmen und sich an ihm festhalten in der Einsamkeit eines schweren Lebens, in der Krankheit, beim Tode eines lieben Menschen, in einer ausweglosen Situation. Sich – wie Maria – unter dem Kreuz verbunden wissen mit den vielen anderen Schwestern und Brüdern Jesu. Hoffend wider alle Hoffnung, Gott das Menschen-Unmögliche zutrauen.

Amen